Der HSV ist wieder einmal ohne sportliches Zutun in die (Negativ-)Schlagzeilen geraten. Grund sind schwerwiegende Vorwürfe gegen seinen Ex-Sportvorstand Stefan Kuntz.
Wie die "Bild"-Zeitung am Sonntag berichtete, führten Anschuldigungen von HSV-Mitarbeiterinnen zu der Auflösung des Vertrags zwischen Kuntz und dem Bundesligisten zum Ende des vergangenen Jahres. Demnach soll der Manager die Frauen sexuell belästigt haben (der stern berichtete).
Offiziell hatten Kuntz und der HSV ihre Trennung zum Jahresende mit "persönlichen familiären Gründen" begründet. Der Aufsichtsrat der Hamburger räumt jetzt in einer Stellungnahme ein, dass dies offenbar nur ein Vorwand gewesen ist.
Ex-HSV-Sportvorstand Stefan Kuntz bestreitet Vorwürfe
"Nach sorgfältiger Prüfung und der Erkenntnis, dass die Vorwürfe glaubhaft sind, hat der Aufsichtsrat umgehend entschieden, eine schnellstmögliche Trennung von dem Vorstandsmitglied anzustreben", heißt es in dem an diesem Montag veröffentlichten Schreiben. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe gegenüber Kuntz sei eine Anwaltskanzlei mit der Aufklärung beauftragt worden. Den Vereinsverantwortlichen seien die Anschuldigungen im Dezember bekannt geworden. Eine Gelegenheit zur Stellungnahme habe der Europameister von 1996 "explizit nicht genutzt".
Stattdessen setzte sich Kuntz am Sonntagabend zur Wehr. "Ich weise diese Vorwürfe entschieden zurück!", schrieb er auf seinem Instagram-Kanal. Er habe Anwälte beauftragt, gegen die "falschen Vorwürfe und Vorverurteilungen" vorzugehen. Für Kuntz gilt die Unschuldsvermutung. Der HSV-Aufsichtsrat wies derweil den Vorwurf einer "Verleumdungskampagne" gegen sein früheres Vorstandsmitglied zurück.
Stefan Kuntz hatte den Posten des Sportvorstands beim HSV im Mai 2024 von Vorgänger Jonas Boldt übernommen. Unter seiner Leitung schaffte der Traditionsklub im Sommer nach sieben Jahren Zweitklassigkeit die Rückkehr in die erste Bundesliga. Auch deshalb genoss Kuntz bei den HSV-Fans hohes Ansehen. Ein Nachfolger für ihn im Volkspark steht nicht fest.
Quellen: "Bild"-Zeitung, Hamburger SV, Stefan Kuntz, Nachrichtenagentur DPA